Öko- und Gesundheitswahn - wie du in deine Mitte kommst und dich nicht vor lauter Perfektionismus selbst vergiftest

Weißt du auch schon nicht mehr wo dir der Kopf steht? Bekommst mittlerweile täglich ein schlechtes Gewissen, weil es immer noch Dinge gibt auf dieser Welt, die nicht in Ordnung sind - weil du eigentlich doch dieses nicht essen, jenes besser nicht kaufen und dort eigentlich schon gar nicht arbeiten solltest...?

Das ist einfach wunderbar, dass so viele Menschen endlich aufwachen und mittlerweile alles, ja alles schon hinterfragt wird. Und ein schlechtes Gewissen gehört dazu um anschließend auch etwas zu ändern.

Aber ich glaube, langfristig muss dann jeder für sich herausfinden wie weit er sich mit Dingen beschäftigen möchte und vor allem wie weit es ihm dann selbst noch gut tut. Wie gesagt, Veränderung ist gut, und ein Maß an Unzufriedenheit und (Selbst)kritik muss dem vorausgehen.

Jedoch ich denke, es wird dann kontraproduktiv, wenn die Liebe beginnt zu leiden, sofern sie überhaupt spürbar ist. Wenn du dich und andere nur noch kritisierst, und alles was dir irgendwie vielleicht eine echte Herzensfreude bereitet, vielleicht gar nicht mehr sein darf? Weil du, so wie ich zum Beispiel, dich seit Jahren zwar mit Ernährung und Lebensmitteln beschäftigst, eh nur mehr bio kaufst, sehr oft im Bioladen, einen Haufen Gemüse isst und seit Jahren "hauptberuflich" versuchst für Aufklärung und Bewusstheit zu sorgen -  und froh bist endlich deinen Weg gefunden zu haben, ... - dich dann aber unter anderem fragen musst, was tun mit dem Bio-Gemüse, das zum Teil, vor allem im Supermarkt,  immer noch in Plastik eingepackt ist? Das ist jetzt ein persönliches Beispiel, ihr werdet wahrscheinlich alle eure eigenen dazu kennen. Sehr auffallend war für mich eine Zeitlang auch das Thema der Veganer, die zwar freundlich zu den Tieren sind, aber oft nicht im geringste auf ökologische Gesichtspunkte achten (achteten, damals zumindest).

Natürlich kann ich das auch noch ändern und beispielsweise überhaupt nicht mehr in den Supermarkt gehen - vielleicht sollte ich aber überhaupt alles selber anbauen, ich meine, der Bioladen will doch etwa auch ein Geschäft machen, oh mein Gott...? Aber vom Himmel fällt ja auch schon Dreck. ...Und was ist mit dem Wäschewaschmittel, von dem ich doch nicht so wenig brauche? Sollte ich doch nur noch Kastanien verwenden? "Ist ja nicht viel dabei" - halt komplett zu vermeiden am Samstag nachmittag noch einkaufen gehen zu müssen, ein paar Kastanien zu schnipseln, das Gemüse draußen zu gießen, Brot zu backen, täglich frisch zu kochen sowieso, zu meditieren, spazieren zu gehen, Seife sieden und Kräuter trocken - aja und beim Spazieren gehen gleich ein paar Wildkräuter mitzunehmen, zu recherchieren... - die Wildkräuter, - und - ...wo ich noch Gewand einkaufen kann, das vielleicht ethisch korrekt ist, leistbar, und mir gefällt auch noch... ;-)

Ihr wisst was ich meine, glaube ich. Vieles geht tatsächlich ohne viel Aufwand!! Nämlich vor allem das, was wir gerne machen und wofür wir uns von Herzen interessieren. Und es ist ganz wichtig, dass wir alle solche Sachen machen! Dafür steht ja auch meine Webseite und meine Arbeit als Yogalehrerin, nichts kann ich mir mehr wünschen, als dass meine Yogastunden und meine Facebook-Postings vielleicht einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass ein Neues Bewusstsein geschaffen wird.

 

Aber es kann halt auch in Stress und Perfektionismus ausarten, und jemand der sich selbst nicht wirklich liebt und annimmt (und ich behaupte das ist ein Grundthema der Menschheit) kann auch daran, hier alles richtig machen zu wollen, ausbrennen, oder zumindest verbittern. Und das nächste ist dann, dass sich Familie, Partner und Freunde dann über solche Themen in die Haare kriegen. Kann auch alles ein heilsamer Prozess sein.

 

Wie können wir in Frieden kommen und uns trotzdem positv verändern, alle als Menschheit gemeinsam?

 

Ich glaube, wie in so vielen Dingen, ist es sehr hilfreich die Vielfalt und individuellen Wege zu respektieren und zu achten. Wir wachen alle auf, noch immer, auch diejenigen die vielleicht schon länger auf dem Weg sind, und ich glaube wir wissen momentan alle nicht wirklich, wie es auf dieser Welt in ein paar Jahren oder Jahrzehnten aussehen wird oder soll.

Ich glaube, das ist die Zeitqualität jetzt gerade. Umbruch und Veränderung. Vieles passiert, vieles kommt ans Tageslicht - und im positiven entstehen gerade unendlich viele Projekt und Alternativen, in jedem Bereich. Aber es ist halt einfach noch sehr viel im Werden und nicht abgeschlossen. Sind wir froh, dass es so ist, und sehen wir uns und "die anderen" doch als Teil des Ganzen und eingebunden in einen natürlichen oder vielleicht sogar universellen Rhytmus!

Jeder trägt seinen Teil bei, und wenn du mit der Ernährung beispielsweise noch immer haderst, oder mit der Bewegung, aber begeistert von der Idee bist, deinen Müll zu reduzieren oder dir deine Kleidung selbst zu nähen--> dann mach das und freu dich! Verlange nicht zuviel von dir, bleib so weit wie nur möglich in der Liebe und in der Freude, im Frieden mit dir und der Welt. Dieser innere Aspekt ist sehr wichtig. Denn wenn wir nur oberflächlich etwas tun um unser Gewissen zu beruhigen, "gut dazustehen", aber uns in Wahrheit innerlich vergiften - oft sogar noch völlig unbewusst -, durch Groll und Ärger zum Beispiel, ständige Vergleiche und Neid, Angst und Panik vielleicht sogar - dann hat so eine Aktion zwar auch bis zu einem gewissen Grad Sinn und ist immerhin besser als nichts, aber ob das dann langfristig funktioniert ist eine andere Sache. Nachhaltigkeit in ihrem wahren Sinne braucht eine stabile Basis und wirkliche Stärke und Beständigkeit, die nur aus einer inneren Festigkeit und Geklärtheit entstehen kann.  Veränderungen im Außen brauchen auch die innere Bereitschaft, und dann ist das eine in sich stimmige Entwicklung, die nachhaltig und ganzheitlich wirken und fruchten kann.

 

Deswegen, nochmal, mach als erstes das was du gerne machst, fange an dort etwas zu verändern in deinem Leben, wo es dir Freude macht, was dir am nächsten ist, und wachse daraus.

Und sieh dich und uns alle als Teil eines Ganzen. Jeder hat seinen Bereich zu dem er leichter Zugang hat und andere Bereiche in denen er vielleicht mehr Widerstand hat. Wenn jeder etwas tut, ist es insgesamt auch viel. Und wenn wir das möglichst in Liebe und Frieden und Kooperation tun, lösen sich die restlichen Widerstände mit der Zeit vielleicht sogar von selbst auf, ganz leicht.

 

Wofür setzt du dich gerne ein und trägst zu einer positiven Wende bei? Und wo tust du dir noch schwerer? Hinterlasse gerne einen Kommentar hier in meinem Blog oder auf meiner Facebook-Seite.

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Kommentare: 2
  • #1

    Susanne (Montag, 02 Mai 2016 08:58)

    Ich setze mich für die Vermeidung von Müll im Speziellen Plastik ein. Auch Naturkosmetik hab ich nun erlernt...es ist unglaublich wie einfach es ist ohne auf etwas verzichten zu müssen. Auch im Tourismus- und Verschönerungsverein unseres Ortes bin ich dabei! Gemeinsam schafft man viel mehr!

  • #2

    Doris (Montag, 02 Mai 2016 11:00)

    Danke für deinen Kommentar Susanne! Es ist der erste auf meinem Blog und meiner neuen Seite überhaupt :-) Liebe Grüße nach Alland, Doris.